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Glossar

Urlaub

Nach dem Bundesurlaubsgesetz haben deutsche Arbeitnehmer einen gesetzlich geregelten Anspruch auf vier Wochen Urlaub pro Jahr. Das Gesetz sieht dabei 24 Werktage Urlaub, bezogen auf eine 6-Tage-Woche vor. Die tägliche Arbeitszeit spielt dabei keine Rolle.

Aus dem Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag können sich weitergehende Urlaubsansprüche ergeben.

Sonderregelungen bestehen für Jugendliche unter 18 Jahren, Arbeitnehmer in der Elternzeit, behinderte Menschen, Heimarbeiter und Seeleute.

Der volle Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz ergibt sich erst nach einer Wartezeit von 6 Monaten. Vor Ablauf dieser Wartezeit besteht ein Teilurlaub (1/12 pro Monat).

Der Urlaub ist vom Arbeitnehmer zu beantragen. Der Arbeitgeber hat die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen und der Urlaub soll möglichst zusammenhängend gewährt werden. Ein eigenmächtiges Antreten eines Urlaubs kann zu einer Abmahnung oder Kündigung führen. Der Arbeitnehmer hat den Urlaubsanspruch vielmehr notfalls durch eine einstweilige Verfügung einzuklagen.

Ist der Urlaub erst einmal erteilt, ist der Arbeitgeber daran gebunden, wenn nicht ganz dringende betriebliche Erfordernisse einen Widerruf zulassen. Ein Rückruf aus dem bereits angetretenen Urlaub ist allerdings unzulässig. Heiligabend und Silvester gelten übrigens als gewöhnliche Arbeitstage, weshalb der Arbeitnehmer ganze Urlaubstage nehmen muss, wenn dies nicht anders vereinbart wird oder beispielsweise anderweitige tarifliche Regelungen bestehen.

Eine Übertragung des Urlaubsanspruchs in das nächste Kalenderjahr ist nach dem Gesetz nur in Ausnahmefällen aus betrieblichen oder persönlichen Gründen des Arbeitnehmers bis spätestens Ende März des Folgejahres möglich. Ansonsten verfällt der Urlaub, wenn nicht anderweitige vertragliche Regelungen bestehen. Meist sind Arbeitgeber hier großzügiger, als es das Gesetz eigentlich vorsieht. Im Falle dauerhafter Erkrankung verfällt nach neuerer Rechtsprechung des europäischen Gerichtshofs der Urlaub nicht mehr wie früher mit der Beendigung des Übertragungszeitraums.

Sonderfälle für die Übertragung von Urlaub bestehen in § 7 Abs. 3 Satz 4 BurlG und für Resturlaub nach dem BErzGG und dem MuSchG.

Eine Abgeltung des Urlaubs in Geld kommt grundsätzlich nicht in Betracht, denn es soll zu Gunsten des Arbeitnehmers Erholungsurlaub, das heißt Freizeit ermöglicht werden. Anders ist dies, wenn der Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr (vollständig) gewährt werden kann.

Wird der Arbeitnehmer während des Urlaubs krank, so werden diese Krankheitstage auf den Urlaubsanspruch nicht angerechnet.

Während des gesetzlichen Urlaubsanspruchs hat der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt weiterzuzahlen. Dieses so genannte Urlaubsentgelt bemisst sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst des Arbeitnehmers in den letzten 13 Wochen vor dem Antritt des Urlaubs.

Von dem Urlaubsentgelt ist das Urlaubsgeld zu unterscheiden, bei dem es sich um eine zusätzliche Leistung des Arbeitgebers neben dem Urlaubsentgelt handelt. Dies kann im Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag vorgesehen sein.

Hat der Arbeitnehmer zu viel Urlaub erhalten, dann ist das zu viel gewährte Urlaubsentgelt nicht zurückzuzahlen. Der Arbeitgeber kann auch nicht den Anspruch im Folgejahr kürzen.

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