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Glossar

Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung hat den Zweck, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu verhüten bzw. die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen. Gesetzliche Grundlage ist das SGB VII (Sozialgesetzbuch).

Die Unfallversicherung hat damit präventive Aufgaben und leistet im Versicherungsfall berufsfördernde Rehabilitation, Lohnersatz und Entschädigungsleistungen in Geld (Verletztengeld, Verletztenrente und Hinterbliebenenrente). Die medizinische Behandlung wird er der Sachleistung gewährt. In Betracht kommen auch Renten und andere Geldleistungen im Falle einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit. Eine entsprechende Einschätzung erfolgt dabei durch den Unfallversicherungsträger, der insbesondere die Funktionseinbuße berücksichtigt. Schmerzensgeldansprüche werden nicht gewährt. Teilweise werden sogar zivilrechtliche Schmerzensgeldansprüche gesperrt, zum Beispiel bei Arbeitsunfällen, die von Arbeitskollegen verschuldet werden.

Als Geldleistungen kommen u.a. Verletztengeld, Verletztenrente, Abfindungszahlungen, Pflegegeld, Übergangsgeld, Hinterbliebenenrente, die Erstattung von Überführungskosten und Sterbegeld in Betracht.

Als Sachleistungen kommen ärztliche Behandlung, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe, Teilhabeleistungen und die Gestellung von Heil- und Hilfsmitteln in Betracht. Auch erfolgen Hilfen zur Wiedereingliederung in das Berufsleben. Es werden zum Teil weitergehende Leistungen erbracht, als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings besteht keine freie Arztwahl. Erstbehandlungen dürfen nur durch so genannte Durchgangsärzte erfolgen.

Versichert sind insbesondere Arbeitsunfälle und Wegeunfälle. Dabei sind Abweichungen vom Weg und längere Unterbrechungen schädlich. Ansonsten erfolgt die Leistungspflicht schuldunabhängig. Einschränkungen sind allerdings bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit möglich. Außerdem bei Drogenkonsum des Versicherten.

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland sind nach § 114 Abs. 1 SGB VII die einzelnen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Es besteht ein Pflichtversicherungsverhältnis für Beschäftigte, Kindergartenkinder, Schüler, Studenten, Auszubildende, Landwirte, Pflegepersonen, Helfer bei Unglücksfällen oder im Katastrophenschutz und für Blut- oder Organspender. Des Weiteren kommen freiwillige Versicherungen für Unternehmer (mit Ausnahme von Friseure), Selbstständige, freiberufliche und mitarbeitende Ehegatten in Betracht.

Die Beiträge für die Pflichtversicherung bezahlt dabei der Arbeitgeber bzw. bei ehrenamtlich Tätigen die jeweils zuständige Institution oder im Falle der Berufsgenossenschaft Bau der Bauherr.

Ob ein Arbeitsunfall oder eine Berufserkrankung vorliegt ist im Einzelfall zu prüfen. Hinsichtlich schädigender Stoffe gibt es vom Gesetzgeber herausgegebene Listen. Im Einzelfall ist die Materie meist sehr streitig, weil es schwierig ist, die konkrete Erkrankung auf konkrete Stoffe oder Arbeitsbedingungen zurückzuführen.

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